Transfer

Kunst trifft Technologie: »Deep Sea Assembly«, 06 Mai 2026 und »From the Abyssal«, 09 Juli 2026

Über einen Zeitraum von zwei Jahren haben sich die Künstlerinnen Rita Süveges und Aria Farajnezhad intensiv mit den wissenschaftlichen Fakten und neuesten Erkenntnissen zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) im Meer auseinandergesetzt. Beide Künstlerinnen teilen die Faszination dafür, wie Wissenschaft und Technologie in gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen eingebettet sind und wie dies die Narrative rund um die Klimakrise prägt. Ausgehend von den wissenschaftlichen Erkenntnissen des AIMS3-Projekts interessierten sich die Künstlerinnen dafür, wie diese neue Technologie im sozio- und geopolitischen Kontext verortet ist. Sie analysierten ihre möglichen Auswirkungen auf die Klimagerechtigkeit unter Berücksichtigung historischer Emissionen, aktueller Verantwortlichkeiten sowie lokaler und globaler Ungleichheiten. All diese Überlegungen flossen in einen künstlerischen Ansatz ein:

Zunächst entwickelten sie den interdisziplinären Workshop „Deep Sea Assembly“, der darauf abzielt, eine verkörperte und partizipative Erfahrung anstelle eines frontalen Wissenstransfers zu schaffen. Dieser Workshop richtete sich ursprünglich an ein internationales Publikum junger Menschen aller Hintergründe (06. Mai 2026, Bremen), könnte jedoch auf nahezu jede Zielgruppe zugeschnitten werden – von älteren Schülern über die Industrie und Politik bis hin zur breiten Öffentlichkeit, von Jugendlichen bis zu älteren Bürgern. Der Workshop war zum Teil eine praktische Erfahrung, bei der die Teilnehmer tatsächlich Basaltgestein in den Händen hielten und die Orte besuchten, an denen am MARUM Forschungen zu diesen Gesteinen durchgeführt werden.

Die Künstler verlesen den Workshop-Teilnehmern im Bohrkernlager des MARUM ein „Manifest“ – ein Ort, der mit seiner dunklen, 4 °C kalten Umgebung sehr stark an die Tiefsee erinnert.

Zweitens verwendeten die Künstler einen Film mit dem Titel „From the abyssal“, den sie größtenteils aus wissenschaftlichem Material zusammengeschnitten hatten, der jedoch mit einer von ihnen gestalteten Tonspur und einer Off-Stimme versehen war. Die Konfrontation des akademischen Alltags mit kritischen sozioökonomischen und ökologischen Überlegungen und Fragen führte zu einem fruchtbaren, aufgeschlossenen Austausch unter den Teilnehmern.

Da 14 Basaltskulpturen sowie der Film entstanden sind, lässt sich dieses Format in Zukunft im öffentlichen Raum wiederholen und sogar vervielfachen. Es wird dabei diese besondere Atmosphäre schaffen, die weit über herkömmliche Übertragungsformate hinausgeht.

Die Gedanken der Teilnehmer wurden in Form von Texten und Zeichnungen zum Ausdruck gebracht, die anschließend jeweils in einer Gruppendiskussion aufgegriffen wurden, um das Thema CCS in Meeresbasalt aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln zu beleuchten.

Der Teaser zur ersten öffentlichen Vorführung des Films vermittelt einen Eindruck von der kritischen Perspektive, welche die Diskussion mit dem Publikum anregen soll.

Mehr auf der Seite des marum: https://www.marum.de/Deep-Sea-Assembly-Kunst-trifft-Technologie-im-MARUM.html